Wärmepumpe im Altbau: wann sie sich lohnt
Viele Linzer Häuser aus den Sechziger- bis Achtzigerjahren heizen noch mit Öl oder Gas. Wenn der Kessel in die Jahre kommt, stellt sich die Frage: Geht hier auch eine Wärmepumpe? Die ehrliche Antwort: in mehr Häusern, als man glaubt. Aber nicht in allen ohne Vorarbeit.
Von Thomas Pichler, Installateur- und Gebäudetechnikermeister

Die entscheidende Zahl: die Vorlauftemperatur
Eine Wärmepumpe arbeitet umso sparsamer, je niedriger die Temperatur ist, mit der das Heizwasser in die Heizkörper fließt. Fußbodenheizungen kommen mit sehr niedrigen Temperaturen aus, klassische Heizkörper brauchen mehr.
Als Faustregel gilt: Kommt dein Haus auch an kalten Tagen mit einer Vorlauftemperatur von höchstens etwa 55 °C aus, ist eine Wärmepumpe meistens gut machbar. Jedes Grad weniger verbessert die Effizienz spürbar.
Der Selbsttest für diesen Winter
- Stell an deinem Kessel die Vorlauftemperatur an einem kalten Tag auf 55 °C, oder lass das von uns bei der nächsten Wartung machen.
- Dreh alle Thermostatventile ganz auf.
- Beobachte ein paar Tage: Werden alle Räume warm genug?
Wenn ja: gute Nachricht. Wenn nur einzelne Räume kühl bleiben, reicht oft schon ein größerer Heizkörper in genau diesen Zimmern.
Was hilft, wenn es knapp wird
- Größere Heizkörper in den kritischen Räumen. Mehr Fläche gibt die gleiche Wärme bei niedrigerer Temperatur ab.
- Hydraulischer Abgleich, damit jeder Heizkörper genau so viel Wasser bekommt, wie er braucht.
- Kleine Dämmmaßnahmen mit großer Wirkung: oberste Geschoßdecke, Kellerdecke, undichte Fenster.
Eine komplette Fassadendämmung ist keine Voraussetzung. Sie hilft, aber sie muss nicht vor der Wärmepumpe kommen.
Warum die Heizlastberechnung so wichtig ist
Der häufigste Fehler ist eine zu groß gewählte Wärmepumpe. Sie schaltet dann ständig ein und aus, verschleißt schneller und verbraucht mehr. Darum berechnen wir vor jedem Angebot die Heizlast deines Hauses, Raum für Raum. Dein bisheriger Öl- oder Gasverbrauch der letzten Jahre hilft dabei, bring die Abrechnungen einfach mit.
Bei Luft-Wärmepumpen planen wir außerdem den Aufstellort: Abstand zum Nachbarn, Schall und der Weg fürs Kondenswasser im Winter.
Was im Betrieb zählt
Ob sich eine Wärmepumpe rechnet, hängt vor allem davon ab, wie viel Wärme sie aus einer Kilowattstunde Strom macht. Diesen Wert über das ganze Jahr nennt man Jahresarbeitszahl. Je niedriger die Vorlauftemperatur und je besser die Anlage eingestellt ist, desto höher fällt sie aus.
Lohnend ist außerdem ein Blick auf deinen Stromtarif: Manche Energieversorger bieten eigene Tarife für Wärmepumpen an. Und wer eine Photovoltaikanlage am Dach hat oder plant, kann einen Teil des Stroms selbst erzeugen, vor allem für das Warmwasser in den Sommermonaten.
Förderungen
Für den Umstieg von Öl oder Gas auf eine Wärmepumpe gibt es in Österreich Förderungen vom Bund und vom Land Oberösterreich. Höhe und Bedingungen ändern sich regelmäßig, und meistens musst du dich vor dem Auftrag registrieren. Wir sagen dir beim Beratungstermin, was gerade gilt, und helfen beim Antrag.


